Lusen (1373 m) von Waldhäuser, Bayerischer Wald

Im 19. Jahrhundert dienten solche Einrichtungen dazu Bäche aufzustauen und durch gezieltes Öffnen des Klausentors Holz aus dem Wald ins Tal zu bringen. Mit zunehmender Höhe überragen vielfach die dicken, kahlen Stämme der in den neunziger Jahren abgestorbenen Bäume noch den Jungwald. Das fast 3 Tonnen schwere Boot steht für die Verbundenheit der Menschen in Deutschland und Tschechien, die durch den eisernen Vorhang lange getrennt waren.

Tourdaten:Haltestelle Waldhäuser (Kirche) (820 m) – Martinsklause (974 m) – Lusen (1373 m) – Lusen-Schutzhaus (1343 m) – Haltestelle Lusen Waldhausreibe (1140 m)

Leichte Wanderwege, die technisch keine großen Ansprüche an die Begeher stellen. Auf den letzten Metern am Gipfel ist auf den Granitblöcken etwas Trittsicherheit erforderlich.Die A3 Regensburg-Passau an der Anschlußstelle Hengersberg verlassen und weiter über die B533 Richtung Grafenau bis zur B85 fahren. Hier weiter nach Eppenschlag und über Spiegelau bis Waldhäuser fahren (Talort).In Spiegelau befindet sich ein Bahnhof der Waldbahn. Von dort geht es mit dem Igelbus weiter nach Waldhäuser Kirche. Nähere Informationen bitte auf den Seiten der Deutschen Bahn oder der Waldbahn einholen.

Der Lusen stellt mit seinen 1373 m die dritthöchste Erhebung des Bayerischen Wald dar. Höher sind lediglich der Große Arber (1456 m) sowie der Große Rachel (1453 m). Letzterer liegt ebenfalls innerhalb der Grenzen des Nationalparks Bayrischer Wald. Der Nationalpark wurde bereits 1970 gegründet und ist damit der älteste Nationalpark Deutschlands. Die abwechslungsreiche Wanderung von Waldhäuser über die Martinsklause zum Gipfel des Lusen zeigt, wie sich der Wald nachdem katastrophalen Borkenkäferbefall in den Neunzigern langsam wieder regeneriert.Aufstieg: Wir starten unsere Tour direkt von der Igelbushaltestelle Waldhäuser Kirche, in deren unmittelbaren Umgebung auch ein größerer Parkplatz für Wanderfreunde zur Verfügung steht. Über den Guldensteig, der direkt an dem Gotteshaus vorbeiführt, können wir uns eine Serpentine der Teerstraße ersparen. Nach wenigen Minuten haben wir die Fahrbahn wieder erreicht und folgen nun rechts den Wegweisern nach Waldhäuser Ausblick. Etwa 400 Meter später biegen wir links in einen Waldweg ab und treffen auf den beeindruckenden Skulpturenpark von Heinz Theuerjahr (1913-1991). 23 seiner bronzenen Figuren können hier unentgeltlich besichtigt werden. Hinter dem Park führt uns der Weg noch einmal kurz an die Fahrbahn, von der wir die Aussicht nach Westen über Waldhäuser hinweg genießen können. Anschließend wandern wir den Wegweiser zur Martinsklause folgend wieder ein paar Höhenmeter bergab.Etwa 20 Minuten benötigen wir, bevor wir die Martinsklause erreichen. Diese ist eine sogenannte Triftklause.

Im 19. Jahrhundert dienten solche Einrichtungen dazu Bäche aufzustauen und durch gezieltes Öffnen des Klausentors Holz aus dem Wald ins Tal zu bringen. Heute ist die Martinsklause, die die kleine Ohe aufstaut, ein Industriedenkmal aus vergangenen Tagen. Hinter dem Stausee ist bereits unser nächstes Ziel auf dem Weg zum Lusen, das Teufelsloch, angeschrieben.Es wird nun steiler und wir wandern über zahlreiche Steine durch den malerischen Wald. Das Teufelsloch ist gut ausgeschildert und von der Martinsklause in etwa einer halben Stunde zu erreichen. Nach einer natürlichen Treppe aus Granit halten wir uns rechts und haben 2 Minuten später das Teufelsloch erreicht. Das Teufelsloch ist eigentlich ein unterirdischen Bachlauf. Unter einem Fels-Blockmeer aus Granit hört man das Gurgeln des Baches. Mit zunehmender Höhe überragen vielfach die dicken, kahlen Stämme der in den neunziger Jahren abgestorbenen Bäume noch den Jungwald. Aber gerade in den tieferen Regionen ist schon deutlich zu erkennen, wie der Urwald neu entsteht. Um den Waldboden zu schonen führt der Weg nun des Öfteren über Holzdielen. An einem Abzweig halten wir uns wieder rechts, nun immer den Wegweisern zum Lusen nach.Schon bald stoßen wir auf ein grünblau schimmerndes Boot, das von einer riesigen hölzernen Hand gehalten wird. Die sogenannte Glasarche. Das fast 3 Tonnen schwere Boot steht für die Verbundenheit der Menschen in Deutschland und Tschechien, die durch den eisernen Vorhang lange getrennt waren. Die Schöpfer des Kunstwerkes stammen aus beiden Staaten. Fortan führt der Weg kerzengerade auf den westlich liegenden Gipfel des Lusen zu. Schon bald ist deutlich der nur aus Granitblöcken bestehende kahle Gipfel zu erkennen.

Bevor wir den letzten steileren Anstieg über die Himmelsleiter in Angriff nehmen, statten wir dem Hochwaldpfad noch einen Besuch ab. Auf dem 400 Meter langen Rundweg wird mittels zahlreicher Schautafeln erklärt, wie sich der Wald nach dem Borkenkäfer-Befall wieder regeneriert.Im Anschluss setzten wir unsere Wanderung zum Lusen-Gipfel fort. Der nächste Abschnitt, die Himmelsleiter, wird noch einmal ein wenig anstrengend. Ohne Kurve führt der Weg steil bergauf. Gott sei Dank ist der aus riesigen Granitblöcken bestehende Gipfel schnell erreicht. Weit reicht der Blick auf die umliegenden Berge des Bayrischen Waldes.

Schön ist im Nordwesten der Rachel zu erkennen. Im Südosten mit dem Plöckensteinund dem Dreisesselberg, Grenzberge im Dreiländereck. Auch auf der rein tschechischen Seite sind eine Vielzahl an Gipfeln des Nationalparks Böhmerwald (umava) zu erkennen. Der 1362 Meter hohe Boubín (deutsch Kubany) im Osten zählt zu den höchsten.Abstieg: Im Süden befindet sich gleich unterhalb des Gipfels das Lusen-Schutzhaus. Wir steigen die wenigen Meter bergab und genießen dort unsere wohlverdiente Pause. Über den Winterweg spazieren wir danach gemütlich zur Igelbus-Haltestelle Waldhausreibe, wo wir in den Bus steigen und uns zurück nach Waldhäuser bringen lassen. Wir lieber zu Fuß gehen möchte, sollte für die Strecke gut 45 Minuten mehr einplanen.